Im Augen-Blick: Übungen für Ihre Wahrnehmung und den blinden Fleck

Wahrnehmung.
Mir gefällt das Wortspiel: Wahr-nehmen. Was nehmen wir wahr? Wie nehmen wir etwas wahr? Was ist wahr?
Nichts ist wie es scheint: Ich bin heute noch begeistert von Zaubertricks, optische Täuschungen und erinnere mich gerne an das Höhlengleichnis von Platon.

Wir kreieren, konstruieren die Wirklichkeit. Wir sehen etwas und unser Gehirn vervollständigt es, denkt weiter. Wir strukturieren und ergänzen, wir vergleichen das Neue mit alten Erfahrungswerten. Auch wenn wir etwas Neues sehen, versuchen wir es mit dem Alten und Vertrauten zu vervollständigen. Wahrnehmung ist nie neutral, sondern speist sich aus Gedanken, Gefühlen, Interessen, Erfahrungen, eben mit Ihrer Geschichte. Somit sehen wir alles durch unsere Brille, unsere Werte und Regeln.
Unsere Wahrnehmung werten wir subjektiv, wir halten es für die (einzige) Wahrheit
Subjektiv: wir unterstellen, dass der andere dasselbe weiß und sieht wie ich. Aber die Wahrnehmung ist je nach Erfahrung und Interesse anders.
Bsp. Gehe ich mit meiner Freundin/ meinem Freund eine Einkaufsstraße entlang werden wir unterschiedliche Dinge betrachten.

Kennen Sie den Film Matrix? Wie würden Sie entscheiden: Möchten Sie die Wahrheit erkennen oder lieber in der Illusion haften bleiben?
Wir sehen unsere Welt mit unseren Sinnen. Was ist und was sehen, riechen, schmecken, fühlen oder hören Sie?  Jeder sieht etwas anderes, aufgrund seiner Erfahrungen, Interessen etc. Und ich sehe nur das was ich sehen will. Das was in mein Weltbild passt. Manchmal sehe ich viel aber nehme nur wenig wahr. An welche Eindrücke des Tages erinnern Sie sich am Abend?
Manchmal ist es gut, wenn wir nur registrieren, was sinnlich wahrnehmbar wirklich passiert ist. Sekundenschnell interpretieren wir die Dinge. Wir geben den Dingen die Bedeutung, die Bewertung macht den Unterschied zwischen Herausforderung und Krise.
Wir sehen die Welt nicht wie sie ist, sondern wie wir sie wahrnehmen!

 

 

  • REFLEXIONSFRAGEN zum Thema Wahrnehmung:
    Wie nehmen Sie wahr? Welcher Sinn ist am stärksten ausgeprägt?
    Sind Sie eher visuell (sehen), auditiv (hören), kinästhetisch (fühlen), olfaktorisch (riechen) oder gustatorisch (schmecken) – VAKOG
    Welche Sätze sagen Sie: Von welchem Sinn sprechen Sie häufig:
    Das sehe ich anders. Das klingt fantastisch. Das fühlt sich gut an?
    Wie stark lassen Sie sich in Ihrer Wahrnehmung von Sympathien leiten?
    Indem wir unsere Wahrnehmungsgewohnheiten reflektieren können wir einander besser kennenlernen.

 

  • Wo ist Ihr blinder Fleck?
    Wie wollen Sie wahrgenommen werden? Was zeigen Sie von sich, wie stellen Sie sich dar?
    Was könnten Sie Ihrer Umwelt von sich vermitteln, was Ihnen nicht bewusst ist?
    Was verheimlichen Sie, wo lenken Sie die Aufmerksamkeit um von (vermeintlichen) Schwächen abzulenken?
    Wo ist Ihr blinder Fleck? Was in Ihrem Auftreten nehmen Sie gar nicht wahr?

 

  • Achtsamkeit für den Moment
    – Konzentrieren Sie sich für einen Moment auf das was Sie da tun: Führen Sie eine Tätigkeit ganz bewusst aus. (z.B. Auto fahren)
    – Zeichnen Sie etwas in Ihrer Umgebung.

 

 

Ich bin gespannt auf Ihre Antworten!

Herzlichen Gruß, Christine

by Christine on  25. Februar 2015 |
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