Unbewusste Botschaften – Oder: Was unsere Körpersprache alles über uns verrät

Hätten Sie gedacht, dass wir in einem Gespräch nur 7 Prozent aller Informationen durch Worte gewinnen?

Neulich habe ich ein Seminar einer sehr geschätzten Kollegin besucht und eine interessante Übung mitgemacht: Die Teilnehmer des Kurses durften aufgrund meiner Erscheinung und meines Auftretens vermuten, was für Eigenschaften und welchen Beruf ich wohl habe. Die Ideen waren verblüffend – entweder wäre ich es gern geworden, hatte schon intensiv darüber nachgedacht oder es hat mich einfach nur erfreut.

Die Teilnehmer kannten mich nicht, sie sahen mich zum ersten Mal und hatten als Hinweise nur mich, mein Auftreten, mein Wirken – mehr nicht. Wissenschaftliche Studien haben die Aussagekraft der Körpersprache längst belegt und herausgefunden, dass der menschliche Informationsaustausch aus 7 Prozent Sprache, 38 Prozent Klang der Stimme und 55 (!) Prozent Körpersprache besteht. Ist das nicht verrückt? Drei kleine Beispiele zeigen jedoch, wie viel unser Körper über uns verrät.

  1. die Hände:

Kant sagte einst, dass unsere Hände wie eine Art Außenfiliale unseres Gehirns und unserer Seele seien und in der Tat – denken wir nur an den begrüßenden Händedruck – sie verraten enorm viel über uns und unsere Stimmungslage.

  1. die Arme und Beine:

Oftmals beobachte ich, dass die Arme unruhig sind oder die Vortragende zur Vorbeilaufenden wird. Denn vorne wird manchmal ganz viel gelaufen. Auch ich mag es dynamisch. Ich selbst bin in der Tat auch sehr “bewegt”. Das kann man machen, allerdings sollten die Bewegungen zu Gesten werden. Gesten sehen nicht nur besser aus, sondern unterstützen das Gesagte. Beobachtet doch einmal einen Tagesschausprecher, selbst der unterteilt seine Sätze noch in kleine Gesten mit der Hand.

  1. das Gesicht:

Die Augen, und das werden Sie aus Ihrer eigenen Erfahrung wissen, sind das Kommunikativste was wir Menschen haben, denn ein Blick sagt wirklich mehr als tausend Worte. Rein motorisch gesehen ist ein Blick eine ziemlich komplexe Sache: Etliche Muskeln bewegen sich, der Augapfel und die Lider justieren die Intensität des Blickes, die Pupillen passen sich an – und doch, die Intension ist eine Geste, die unbewusst unser Empfinden zum Ausdruck bringen soll. Denken Sie nur an die Flirtphase, in der wir alles über Blicke machen und in der meist kaum gesprochen wird.

Ich lasse meine Seminarteilnehmer sich manchmal anschauen, das ist erst mal ungewohnt, aber es ist ein interessiertes Schauen, so wie wenn man das Gesicht malen wollte. Ich finde Gesichter so unglaublich spannend und schön. Schön ist auch, dass unsere Körpersprache genauso unbewusst entsteht wie sie wirkt. Dazu fällt mir eine Übung ein:

P.S. Versuchen Sie einmal wertfrei zu reden, also etwas zu beschreiben ohne es zu bewerten. Das ist ganz schön schwer und ungewohnt! Vielleicht können Sie uns mit einem kurzen Kommentar an Ihren Erfahrungen teilhaben lassen.

by Christine on  19. Mai 2014 |
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