Wenn Du Deine Meinung sagen und Grenzen setzen willst – Wie Du Deine feste Stimme behältst!

Sag mir was Du denkst

Du willst dein  Selbstbewusstsein trainieren, deine Meinung sagen und Grenzen setzen

und riskierst, dass Dein Gegenüber von Deiner Aussage nicht begeistert sein wird. Du fühlst Dich unsicher, Du fühlst Dich mulmig,  dein Herz rast und die Nervosität steigt. Du bist überzeugt, dass Du richtig liegst, aber dennoch wird Deine Stimme dünn und zittrig. Und Du selbst wirst zappelig. Vielleicht befürchtest Du auch, dass Du anfängst zu stottern.

 

Um des lieben Frieden Willens weiter nichts sagen? Das ist keine Option. Heute möchte ich Dir Mut machen, dass Du sagen kannst, was Du zu sagen hast und du so deine Grenzen setzt und dein  Selbstbewusstsein trainierst.

 

Wenn Du gestresst und nervös bist, wird die Stimme gepresst.

Die Stimme, der ganze Körper reagiert auf das was in uns passiert. Welche Gedanken Du denkst, wie Du Dich fühlst. Das hat Auswirkungen auf Deine Stimme und Sprechen. Wenn Du Dir im Vorfeld schon ausmalst, dass die Auswirkungen für Dich ungemütlich werden  – wird das Dein Körper vermitteln. Ruhiger und klarer wird es wenn Du selbstbewusst, ruhig und klar Dein Anliegen formulierst.

 

Manche Menschen freuen sich, wenn jemand eine Sache anspricht und mit Selbstbewusstsein Grenzen setzt

Du beweist gerade Mut, wenn Du eine Sache ansprichst. Manche Menschen sind dankbar dafür, dass nicht sie den Schritt machen mussten, werden Dir aber zustimmen. Und mit der offenen, ehrlichen Aussprache besteht die Möglichkeit die Sache zu bereinigen. Das tut Dir für Dein gesundheitliches Wohlbefinden gut und schafft eine herzliche, wertschätzende Atmosphäre. Dann kann es sein, dass wir bei der Aussprache in einem wertschätzendem Miteinander auch dankbare Reaktionen auf die wertvollen neuen Impulse gibt. Manchmal sprichst Du damit Dinge an, die neue Perspektiven geben, an die man selbst nicht gedacht hat.

 

  • Feedback ist keine Kritik!

Hier ist der erste Stolperstein, denn häufig wird die sachliche Ebene und die Beziehungsebene vermischt.

 

Was passiert, wenn Du Deine Meinung sagen willst?

 

  1. Du weißt nicht, wie Dein Gegenüber reagieren wird.

Das Verhalten des Gegenübers können wir nur begrenzt abschätzen und birgt das Risiko, dass es „Ärger“ gibt. Wie wird die Reaktion ausfallen:

  • Wertschätzend und dankbar für Dein Feedback?
  • Oder doch verletzt und wütend, weil Du etwas sagst, was er gerade nicht hören möchte?
  • Manchmal merken wir an einem wortkargen Rückzug, dass etwas nicht stimmt.

2) Wir wollen Konflikte vermeiden.

Mache Dir bewusst: Konflikte kannst Du nicht vermeiden. Sie gehören zum Leben dazu. Und: manchmal ist es hilfreich. Nach einem Streit ist das Thema vom Tisch. Du wirst nie freudestrahlend in einen Konflikt laufen, aber wenn Du versuchst ihn zu vermeiden, wird es häufig zu Deinen Lasten passieren.

 

 

Was hast Du zu verlieren?

Du kannst nicht zu Deinen Bedürfnissen und Zielen stehen und stehst damit zurück.

 

Zum Beispiel habe ich einmal einen Satz von einer Freundin gehört. Auf dem Nachhauseweg hab ich mir Sorgen gemacht wie sie das gemeint hat. Auf meine Nachfrage hin war sie sehr froh, dass ich das geklärt habe.

 

Warum Du Deine Meinung sagen solltest:

  • Ich bin in meinem „Film“ und kann die Realität mit meinem Gesprächspartner abgleichen
  • Ich kann meine Bedürfnisse und Wünsche wahrnehmen und formulieren.
  • Ich bin klar in dem was ich mir von meinem Gegenüber wünsche.

(Und das nicht erst auf dem Nachhauseweg)

Du kannst Dein Unbehagen und Gefühl formulieren und damit etwas ändern!

 

 

Wenn ich klar bin ist es auch mein Gegenüber.

Wie oft habe ich selbst gedacht, dass ich lieber nichts sage, weil ich keinen vor den Kopf stoßen möchte. Es besteht die Möglichkeit, dass dein Umfeld positiv reagiert, wenn Du klare Ansagen machst.

Denkst Du, dass Du aneckst, wenn Du mal den Gefallen nicht tust? Was wäre, wenn Du nicht wie immer zur Verfügung stehst? Wenn Du etwas änderst, sei es dass Du Deine Hilfe nicht immer anbietest, dann wird Dein Umfeld nicht begeistert reagieren. Warum? Es ist für sie gemütlich, einfach gewesen auf Dich zurückzugreifen und nun müssten sie sich eine andere Lösung ausdenken.

 

deine Gedanken

Deine Gefühle

Dein Verhalten

 

Wenn Du Deine Meinung sagst, dann

  • zugewandt
  • blickkontakt halten
  • Ruhig
  • Sache /Beziehung trennen

 Immer wertschätzend, wohlwollend.

Was passiert, wenn Du Dich kritisiert fühlst?

Du wirst Dich verteidigen, rechtfertigen. Und das war gar nicht die Absicht der Rückmeldung, oder?

 

Ich kann es ertragen, dass der andere eine andere Meinung hat als ich.

.Wie du in 4 Schritten Deine Meinung sagen kannst.

  1. Nimm Deine Gefühle wahr. Schlucke sie nicht herunter. Wahrnehmen was ist.
  2. Bleibe ruhig und klar
  3. Bleib selbst-reflektiert und sag es in Ich-Botschaften. Ich empfinde es…
  4. Ich kann es ertragen, dass Andere eine andere Meinung haben als ich.

Auch wenn Du aufgeregt bist, du wirst im Nachhinein stolz auf Dich sein und vermutlich feststellen, dass Du es Dir „schlimmer“ vorgestellt hast.

Beschreibe Deine Wahrnehmung und keine Be-Wertung.

Kennst Du die Geschichte mit dem Hammer? Da will ein Mann vom Nachbarn einen Hammer ausleihen. Doch bevor er beim Nachbarn klingelt, springt sein Kopfkino an. Ja, das letzte Mal hat er schon nicht gegrüßt…etc. Und als er endlich beim Nachbarn klingelt, dieser öffnet die Tür und der Mann brüllt: „Ich will ihren blöden Hammer gar nicht!“  also gib dem Kopfkino nicht so viel Raum. BeWerte es nicht so dramatisch.

Bedenke: Das ist Ansichtssache und wird daher immer eine persönliche Perspektive sein. Du kannst das Feedback für Dich nutzen oder ignorieren.

Wir erhalten Feedback und manchmal damit wirklich wichtige Informationen: Es gibt einen blinden Fleck, der mir selbst nicht bewusst wird, dem Anderen aber klar sichtbar ist. Auch im Coaching nutzen wir diesen Perspektivwechsel für die Weiterentwicklung.

Wie war das bei Dir? Hast Du Deine Meinung sagen können? Welche Befürchtungen hattest Du und wie ist es gelaufen?

Auf das unsere blinden Flecken weniger werden!!

by Christine Kohl on  2. Dezember 2016 |
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4 Kommentare auf “Wenn Du Deine Meinung sagen und Grenzen setzen willst – Wie Du Deine feste Stimme behältst!”
  1. Paula Deme | | Reply

    Hallo Christine!

    Toller Beitrag und sehr hilfreich =) Ich bin zwar davon weniger betroffen, aber auch ich musste erst lernen wie das geht. Hätte ich deinen Beitrag nur ein paar Jahr (zehnte) früher gelesen, wäre mir einiges sicher leichter gefallen.

    Herzliche Grüsse,

    Paula

    • Christine Kohl | | Reply

      Hallo Paula, vielen lieben Dank für Dein Kompliment! Das Thema ist immer mal wieder aktuell und Du bist nicht allein damit. Was sagst Du, üben, üben, üben, oder? Herzliche Grüße, Christine

  2. Jana ~ zuFussunterwegs | | Reply

    Hi Christine,

    ein wichtiges Thema, ein sehr hilfreicher Beitrag.

    Kann man den ausdrucken und in jungen Jahren in Schulen und Unis/Ausbildung viel üben lassen? Dann fiele es uns allen leichter.

    Seit ich Ich-Botschaften verwende und meine Wahrnehmungen formuliere, fällt es mir leichter, schwierige Themen anzusprechen. Es braucht zur Lösung/sachdienlichen Diskussion aber immer ein Gegenüber, das mitmacht / offen ist. Zumindest aber kann ich mit mir im Reinen sein.

    Fussige Grüsse, Jana

    • Christine Kohl | | Reply

      Liebe Jana,

      vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. Wie oft fühlt man sich doch verletzt, wenn jemand etwas “Kritik” äußert. Ist dieser wertschätzend formuliert, gibt es die Möglichkeit die “blinden Flecken” zu erhellen. Also könnte man über Feedback manches Mal sehr glücklich sein, oder? Wenn Du Deine Meinung geäußert hast: Ich glaube, dann ist es wichtig bei sich zu bleiben und die Emotionen des Anderen auszuhalten. Und wie gesagt: manchmal ist es gar nicht so dramatisch. Herzliche Grüße Christine

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